Geist, der optische Täuschungen verbiegt
Quelle: Pixabay

Es ist schwer etwas über Øyvind Kolås (sprich: Öyvind Kolos) herauszufinden, obwohl die ganze Welt über dem Norweger spricht. Er hat etwas geschaffen, dass unser Gehirn in die Irre treibt. Seine Fotos und kurze Videos sind viral geworden und ein jeder staunt über die Spielchen, die unser Gehirn mit uns treibt. Keine Gehirnspiele erlebt man hingegen in einem Handy Casino. Dort wird lediglich das Gehirn auf Trab gehalten.

Øyvind Kolås hat mit einer raffinierten, aber dennoch einfachen Idee es geschafft unser Gehirn auszutricksen. Er hat Schwarzweißbilder so präpariert, dass wir sie als Farbig wahrnehmen. Wie das funktioniert, steht weiter unten.

Wer ist der berühmt gewordene Norweger?

Noch gibt es keinen Wikipedia-Eintrag über Øyvind Kolås und in den verschiedenen Zeitungsberichten steht kaum etwas zur Person. Jedoch finden sich einige Infos auf seinen persönlichen Profilen.

Øyvind Kolås ist, wie er selbst sagt, ein Werkzeugmacher für digitale Medien, der Werkzeuge und Infrastrukturen entwickelt, um die Erstellung eigener und anderer künstlerischer und visueller Experimente mit digitalen Medien zu unterstützen. Er ist der Instandhalter und leitende Entwickler der GIMPs-Engine der nächsten Generation, babl/GEGL – Infrastrukturbibliotheken, wo er seit mehr als einem Jahrzehnt aktiv daran arbeitet, hohe Bittiefen, HDR, CMYK und nichtzerstörende Bearbeitung sowie Funktionen/Möglichkeiten für GIMP – und andere Software bereitzustellen. GIMP verteilt keine Spenden an Entwickler/Beitragende; obwohl Øyvind Kolås von einigen Erstattungen für Reisen zu GIMP-bezogenen Treffen und Konferenzen sowie 2019 zum ersten Mal einen Entwicklungs-Laptop profitierte.

Wenn man möchte, kann man Øyvind Kolås über sein Patreon Profil finanziell unterstützen, damit er weiterhin forschen und Neues entdecken kann.

Øyvind Kolås genießt es, herauszufinden, wie man Computer dazu bringt, visuelle und andere Medien auf neue oder interessante Weise zu behandeln. Das Spektrum reicht von der Grafik- und Audioverarbeitung über Benutzeroberflächen bis hin zu Datenstrukturen für die Mediendarstellung. Ein Portfolio vergangener und aktueller Projekte findet sich auf der Pippin GIMP Website.

Die Beiträge von Øyvind Kolås die es hier gibt, beschränken sich auf Dinge, die er für interessant und aktuell halte, selbst in Monaten, in denen er keinen Post macht, setzt er die laufenden Instandhaltungsarbeiten an babl und GEGL fort und arbeitet mit Problemen in gitlab, integriert Arbeit von anderen und veröffentlicht mindestens eine Handvoll Releases von babl und GEGL pro Jahr.

Ist es weiß und schwarz oder Farbe?
Quelle: Sky News

Die Technik

Um es mit ganz einfachen Worten zu sagen und zu erklären, was der berühmte Norweger macht, ist farbige Punkte und Linien auf einem Schwarzweißfoto zu fügen. Diese stark gesättigten Punkte oder Linien sorgen dafür, dass ein Schwarzweißfoto von unserem Gehirn als farbig wahrgenommen wird. Diesen Effekt nennt man „Farbassimilierungsraster“ oder auf Englisch „Colour Assimilation Grid Illusion“.

Warum sieht das Gehirn Farbe wo es keine ist?

So einfach die Idee doch ist, so schwer ist die Erklärung dafür, warum das Gehirn bunte Bilder sieht. Eine Erklärung ist, dass unsere Augen zwar beides wahrnehmen, aber unser Gehirn die Informationen schnell zusammenfügt und verarbeitet und deswegen sehen wir farbige Fotos anstatt schwarzweiße.

Kleine Punkte bilden Farben mit Wellenlängen.
Quelle: Pinterest

Weitere Methoden

Øyvind Kolås experimentiert mit unterschiedlichen Mustern und versucht auf verschiedene Art und Weise unser Gehirn zu täuschen. Bei den berühmtesten Fotos die derzeit im Internet die Runde machen, wurde ein Raster auf die Schwarzweißbilder gelegt. Dasselbe funktioniert aber auch mit Punkten und horizontalen Linien. Der Effekt ist jeweils derselbe. Unser Gehirn verarbeitet die Information schnell und bündelt sie und lässt uns glauben, dass wir ein Farbfoto vor uns haben. Das funktioniert ganz gut, wenn das Foto etwas weiter weg ist und die zarten Linien und Punkte nicht sichtbar sind. Wenn aber das Foto nähergebracht wird, sehen wir das Netz auf dem Foto, aber nehmen das Foto dennoch als farbig dar. Verstörend ist, wenn der Betrachter die Linien sieht, sie wahrnimmt und trotzdem ein Farb- anstatt ein Schwarzweißfoto sieht. Der Betrachter merkt, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, braucht aber einige Zeit zu verstehen, was da vor sich geht.

Nicht nur Fotos

Diese Technik mit dem Raster, den Punkten und den horizontalen Linien funktioniert nicht nur mit Fotos, sondern auch mit bewegten Bildern, wie etwa in diesem kurzen Video. Bei der Animation handelt es sich um ein Schwarzweißvideo, durch das darüber gelegter Raster nimmt unser Gehirn das Gesehene als farbig dar.

Weitere Sinnestäuschungen

Die BBC hat vor einiger Zeit in einer Reportage ein Experiment vorgestellt, bei dem ein Betrachter auf ein Bild mit falschen Farben geschaut und sich für etwa 10 Sekunden auf einem Punkt darauf konzentriert hat und dann seine Augen abgewendet und das gleiche Bild in Schwarzweiß betrachtet hat. Das Resultat war ein Farbbild für kurze Zeit.